Es spriesst im Untergrund: Mit der Nutzung von unterirdischen Infrastrukturen soll künftig die Nahrungsmittelknappheit überwunden werden. Der 'Underground Green Farming' Prototyp ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Die Zukunft der Nahrungsmittelversorgung liegt unter der Erde, denn freie Flächen an der Erdoberfläche sind schon heute knapp. Amberg ist Teil eines Forschungsprojekts, das mittels Aquaponik die nachhaltige, unterirdische Kultivierung von Fisch und Salat vorantreibt. Immer mit dem Ziel, die Nahrungsmittelknappheit zu überwinden.

Seit März 2019 ist der weltweit erste 'Underground Green Farming' Prototyp zur nachhaltigen Produktion von Nahrungsmitteln im Untergrund mittels Aquaponik in Betrieb. Das Projekt geht jetzt mit einer weiteren Lieferung Regenbogenforellen in die zweite Phase. Aus diesem Grund wird der Personalbestand aufgestockt und mit weiteren Fachleuten ergänzt. Weiter soll eine Optimierung des Beleuchtungskonzepts für die Salat-Kultur im von Natur aus dunklen Stollen für einen noch besseren Ertrag sorgen.

Das Aquaponik-System arbeitet im Kreislauf: Das über Fischexkremente mit Nährstoffen angereicherte Wasser aus den Fischbecken dient als Nahrungsquelle für die Pflanzen und wird anschliessend wieder in den Wasserkreislauf zurückgeführt. Der Prototyp im Versuchsstollen Hagerbach in Flums,besteht aus drei Bereichen – Fischbecken, Salatkultur in Hochbeeten und Biofilteranlage.

Nachhaltiger Kreislauf: Die Regenbogenforellen von einem Fischzüchter aus dem Kanton Thurgau ernähren im Aquaponik-Kreislauf mit ihren Ausscheidungen die Salat-Kulturen.

Die Nutzung des unterirdischen Raums in urbanen Gebieten soll künftig den Transportaufwand für Lebensmittel und das damit verbundene Verkehrsaufkommen sowie die Abgasemissionen reduzieren.

Weiter verringern auch die konstant gleichbleibenden klimatischen Bedingungen im Untergrund den CO2-Fussabruck von Städten, da weniger geheizt respektive gekühlt werden muss. Nachhaltige, konkrete Lösungen zu entwickeln, welche einen tatsächlichen Nutzen haben und dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsziele der UN zu erreichen, hat für Amberg höchste Priorität. Nebst dem Aquaponik-Prototyp arbeitet Amberg an weiteren Projekten, um die intelligente Nutzung des unterirdischen Raums weiter voranzutreiben.

Das Aquaponik-Projekt wird vom Swiss Center of Applied Underground Technologies (SCAUT) geleitet. SCAUT trägt mit Engineering, innovativen Konzepten und modernster ITC massgeblich zur Schaffung unterirdischer Zukunftsräume bei.

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