Im Februar dieses Jahres begann an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich der erste Universitätslehrgang zum Thema "Planung des unterirdischen Raums". Über 140 Masterstudierende aus den Bereichen Bauingenieurwesen, Raumentwicklung und Infrastruktursysteme schrieben sich für ein Frühjahrssemester voller neuer Perspektiven, Erfahrungen und Wissensaustausch ein.

 

(1) Antonia Cornaro, Verantwortliche für das Geschäftsfeld Underground Space bei Amberg Engineering 
(2) Antonia Cornaro während einer ihrer Vorlesungen

Die Vorlesungen wurden von Antonia Cornaro gehalten. Sie ist eine erfahrene Stadtplanerin und verantwortlich für das Geschäftsfeld Underground Space bei Amberg Engineering. Welche Rolle der unterirdische Raum in der Stadtentwicklung aus historischer, sozialer, gestalterischer, ökologischer, ökonomischer und nachhaltiger Sicht spielt, war Kern der Vorlesungen. Die Interdisziplinarität der Themenaufbereitung und Zusammensetzung der Studierenden war ein Novum.

Der Ausbruch von Covid-19 kurz nach Beginn des neuen Semesters stellte das Lehren und Studieren vor neue Herausforderungen: "Ein guter Teil des Unterrichts wurde mit digitalen Mitteln abgehalten, was die Möglichkeiten persönlicher Interaktionen einschränkte. Ausserdem musste ich die meiste Zeit vor einem riesigen, leeren Hörsaal stehen und via Videoaufnahme mit den Studierenden kommunizieren", sagt Cornaro. Trotz dieser aussergewöhnlichen Umstände gelang es ihr, eine Verbindung zu den Studenten herzustellen und mit ihnen zu kommunizieren. 124 von ihnen erfüllten erfolgreich die Vorlesungsanforderungen. Bei einer Umfrage gaben 90% an, dass sie die Vorlesung weiterempfehlen würden.

"Diese jungen Menschen zu unterrichten bedeutet für mich, mit der neuen Generation zu interagieren und wirklich vorauszudenken über die Zukunft unserer Städte und unseres Planeten sowie auch über ihre berufliche Zukunft."

Auch die Studierenden sind mit der neuen Situation gut umgegangen. "Die Vorlesungen waren mit Videos und einer digitalen Dokumentation gut organisiert", kommentierte einer von ihnen nach dem Semester. Ein anderer sagte: "Ich habe den Unterricht dieses Semesters über die Planung unterirdischer Räume genossen. Er hat mir bereits die Augen dafür geöffnet, dass insbesondere der unterirdische Raum verantwortet werden muss.

 

(1) Während zu Beginn des Semesters der Hörsaal voll mit Studenten war, ... 
(2) ... wurde ein grosser Teil des Semesters aufgrund des Coronavirus von den Studierenden in ihren jeweiligen Homeoffices absolviert.

Im Frühlingssemester 2021 wird die Vorlesung erneut stattfinden. Im aktuellen Jahresbericht des ETH-Departements D-BAU-G finden Sie die neue Vorlesung auf den Seiten 58-60.

Die Amberg Engineering AG unterstützte als Industriepartner die neue Vorlesung mit fundierter ingenieurtechnischer Erfahrung im unterirdischen Raum. Verschiedene Experten aus den Unternehmen der Amberg-Gruppe haben es genossen, ihr Wissen mit der neuen Generation zu teilen. Die Studierenden hatten auch die Möglichkeit, in Gruppenprojekten an angewandten Konzepten für den VersuchsStollen Hagerbach zu arbeiten. Schliesslich war der Gastvortrag von Felix Amberg über Herausforderungen und Chancen der unterirdischen Entwicklungen eine grosse Bereicherung für die Vorlesungen.

Die Vortragsreihe basiert auf dem Buch von Han Admiraal, der während des Semesters auch eine Vorlesung hielt, und Antonia Cornaro: "Underground Spaces Unveiled: Planning and Creating the Cities of the Future". Es erhielt 2018 den Gerd-Albers-Preis in der Kategorie "Bestes Buch" der International Society of City and Regional Planners (Isocarp). Beide Autoren sind auch Co-Vorsitzende des ITA-Ausschusses für den unterirdischen Raum ITACUS.